Nautic Club Austria

Erfahrungsberichte

Auf dieser Seite stellen wir gerne Berichte von Mitgliedern und anderen Interessierten dar,um die wertvollen Erfahrungen über rechtliche Belange, aussergewöhnliche Reviere aber auch Aussergewöhnliches aus scheinbar bekannten Revieren, besondere Boote, hilfreiche Kontakte und vieles mehr für alle zugänglich zu machen, die an der Umsetzung aber auch Weiterentwicklung des Segelns Interesse haben.

 

 

 

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Auf der J24 als erste Skippererfahrung

Erfahrungsbericht von der ersten Ausfahrt als „frischgebackener Skipper, aus der NCA-Schule“

Erste Skippererfahrung auf J24Für die erste Fahrt alleine als Skipper gemeinsam mit meiner Frau und unseren Kindern suchte ich nach einem kleineren Boot für einige Tage. Ziel war das Gewöhnen an die Bewegungen auf einem Boot, sowie das Kennenlernen der wesentlichen Handgriffe, um uns als Crew zu formieren.

Von Robert bekam ich den Link zur Firma Cleanport, die unter anderem auch J/24 verchartert www.cleanport.si (Anm.: mit diesen Booten erfolgt auch der A-Schein Praxiskurs des USI und gelegentlich des NCA). Die Boote sind für Tagesausfahrten und vor allem Regatten ausgestattet. Sofern man auf jeglichen Komfort auf dem Boot verzichten kann und mit einem „Zeltfeeling“ auf hoher See zufrieden ist, sind diese Boote für einen Kurzurlaub sehr zu empfehlen. Die Boote liegen in der Marina Izola und in Bernardin. An beiden Stellen ist ein Liegen ohne zusätzliche Gebühren möglich. Übliche sanitäre Einrichtungen einer Marina findet man jedoch nur am Liegeplatz „Marina Izola“. Die Übernahme und Rücknahme der Boote durch die Angestellten der Firma Cleanport war sehr freundlich und kompetent. Für alle die das An- und Ablegen unter Motor bevorzugen, sollten nach einen stärkeren Motor mit Rückwärtsgang fragen, da die Standartausstattung ein ca. 2,5 PS Motor mit nur Vorwärtsgang ist. Wer auf dem Boot schlafen möchte, sollte dieses Vorhaben dem Vercharterer mitteilen, in diesem Fall wird das Boot mit Liegematten ausgestattet. Die Mitnahme einer zusätzlichen Liegematte kann ich dennoch empfehlen. Die Boote sind mit einem Lattengroß, Fock und Genua auf Stagreiter sowie mit einem Spinnaker standartmäßig bestückt.

Ich fuhr die ersten 4 Tage nur mit meiner Frau und kurz darauf, 5 Tage mit meiner Frau und unseren zwei Kindern. Zu zweit fand ich das Boot ideal, aber auch zu viert hat es gut funktioniert. Wir nächtigten in der Marina Izola und in Bernardin. Bei Schlechtwetter sowie bei mehr Schwell ist Bernardin nicht zu empfehlen, da die Boote quasi ungeschützt, unmittelbar in der Hafeneinfahrt liegen (siehe Foto).

Erste Skippererfahrung auf J24Wir hatten beim ersten Törn von Windstärke 1 bis 7 bft alles dabei.

Am ersten Tag hatten wir starken Wind, 5 bft mit bis zu 7 bft Böen. Dies erschien mir für den ersten Tag doch etwas zu viel, somit haben wir uns für einen gemütlichen Hafentag in Izola entschieden, was auch schön war. Robert sagte immer: "Nur das Fahren was man kann". Am zweiten Tag legten wir ab, ich wollte vor dem ersten Auslaufen das Boot testen wie es am Motor liegt und meine Frau einige Runden mit Pinnensteuerung im Hafenbecken fahren lassen. Dies haben wir auch gemacht. Nach der ersten halben Runde im großen Hafenbecken hat der Motor trotz ausgiebigem Warmlaufen lassen gestreikt - einige Male daran gezogen - der Wind hat uns natürlich bewegt - ich war froh, dass ich den tollen Anker dabei hatte, den ich dann gesetzt habe und in Ruhe den Motor wieder starten konnte. Die Worte von Robert „ein Segelboot läuft eben unter Segel viel besser als mit dem Hilfsmotor“ fielen mir dann wieder ein. Aufgrund dieses Erlebnisses habe ich dann immer so früh wie möglichen die Segel gesetzt. Die folgenden Tage waren absolut perfekt mit gemütlichen Windstärken von 2-3 bft. Wir hatten mit dem Boot viel Spaß und tolle Segelerlebnisse (z.B. am Abend an Piran vorbei, der tiefstehenden Sonne entgegen und förmlich allein am Golf von Triest – das weckt jedes Segler-Herz). Alle unsere Fahrten konnten wir wunderbar unter Segel absolvieren. Zwischendurch übten wir auch einige „Boje über Board Manöver“ - man weiß ja nie, schließlich fahre ich doch auch immer wieder gerne nach Hause. Am letzten Tag lagen wir in der Bucht von Strunjan gemütlich vor Anker und haben gebadet. Laut Wetterbericht 0% Risiko und der Luftdruck war absolut konstant. Die Wolken über dem Festland in Italien haben zugenommen und die Bucht war bei NW-Wind vor Wind und Welle ungeschützt. Wir haben das vor Anker gut gespürt, der uns übrigens immer gut gehalten hat - DANKE. Somit habe ich mich entschieden eine Stunde früher als geplant abzulegen. Wie ich aus der Bucht am Wind raus kreuzte, habe ich schon vor Izola die vielen Schaumkronen gesehen. Ich überlegte noch ob ich tatsächlich nach Izola fahren sollte oder doch nach Bernardin, da dort das Wetter noch besser war. Ich entschied mich für einen Vorwind-Kurs nach Izola bei 5 bft, meine Frau sollte ja auch das mal kennenlernen und es hat gut funktioniert. Die doch deutlichen Wellen haben uns auf dem tiefen raumen Kurs toll überholt - war eigentlich auch ein feines Segelerlebnis (fast wie bei der Fahrt mit Helga und Claudio von Triest nach Lignano unter Spinnaker). Richtig genossen haben wir es vor allem Rückwirkend, als wir in der Marina Izola "FEST" in die Brückenkladde eintragen konnten. Boris, der Angestellte des Vercharterers meinte, dass es sich bei diesem Wind um einen Tramontana handelte.

 

Vielen DANK an Viktoria, Bernhard, Robert, Claudio und Helga – ich bin sehr froh, bei Euch gelernt zu haben!

Spinnakertraining 2017

Spinnakertraining im Golf von Triest (Bericht von Claudio Kotnig)

Aqua Spinnakertraining 2017Gut Ding braucht Weile! Von langer Hand geplant haben die acht Crewmitglieder für den Frühling 2017 all ihre Termine so gelegt, dass ausgerechnet das Wochenende von 12.05. bis 14.05. für ein Spinnakertraining ausgewählt wurde – zur Sicherheit wurde es dann noch einen Tag nach hinten verschoben. Und das Wetter gab ihnen recht. Am Freitag Abend trafen alle bis spätestens 2200 in der Marina Punta Faro in Lignano Sabbiadoro ein, das Hab und Gut wurde schnell auf der Aqua verstaut und bei Pizza und Bier wurde das verlängerte Wochenende zumindest kulinarisch in Angriff genommen.

Der Samstag Morgen begann entgegen aller Wettervorhersagen sonnig, aber windlos. Nach ausgiebigem Frühstück legte die Aqua ab und bald darauf begann der Ausgleichswind aus Süden zu wehen. Bei noch schwachen Winden wurde der Spinnaker übungshalber an- und abgeschlagen – mit doppelten Schoten einige Leinen, die falsch geführt werden könnten. Unmittelbar nach der Ansteuerungsspiere wurde der Spinnaker dann auch schon gesetzt, bei abwechselndem Anluven und Abfallen wurde der Spinnaker vor und zurück gerichtet und der Blick für den groben Spinnakertrimm geschärft. Bei zunehmendem Wind kam Porto Buso immer näher und nach dem ersten erfolgreichem Bergemanöver wurde die Genua gesetzt und auf Am-Windkurs Weg nach Luv mit Tendenz nach Osten gut gemacht. Wie zu erwarten war schoss der Wind aus und bald konnte bei Westwind der Spinnaker wieder gesetzt werden und Kurs Richtung Triest genommen werden. Der Schwerpunkt lag weiterhin auf dem Trimm und gerade als mit dem Halsen begonnen werden sollte schlief der Wind ein. Ein kurzer erster, aber nicht ganz unanstrengender Tag ging in der Bucht vor Strugnano vor Anker zu Ende.Aqua Spinnakertraining 2017

Der Sonntag begann ebenso sonnig (und etwas früher) als der Samstag. Der nächtliche Landwind sollte noch genutzt werden, also Anker auf und mit Frühstücksbuffett auf der Passarella ab Richtung Luv. Der Tatendrang blieb unbelohnt. Mit nachlassendem Wind ließ auch der Kurs nach mit Zwischenziel Piran. Ein Eis und eine Stunde später lief die Aqua unter Maschine Richtung vermeintlich zukünftiges Luv, die Zeit wurde mit Sextant, Theorie der Motormanöver und mit der geistigen Wiederholung des Spinnakertrimms verbracht. Gegen Mittag frischte der Wind dann so stark auf, dass auf der Höhe Umag der Spinnaker gesetzt werden konnte. Und dann Halse, Halse, Halse. Etwa 30 Halsen später konnte der Kurs auch wieder Richtung Osten korrigiert werden und nach einer kurzen Pause (unter Spi) wurde der Spi mehrfach geborgen, an- bzw. umgeschlagen und wieder gesetzt. Am späten Nachmittag sollte der letzte Wind dann genutzt werden um das Tagesziel Piran anzulaufen. Entgegen einiger Befürchtungen fand die Aqua problemlos Platz und nach einem mehrgängigen Menü (tres bon chef Uli!) wurde aus Ermangelung anwesender Söhne Karins Muttertag bei Bier und Wein gefeiert. Kurz vor Mitternacht fand sich die Crew dann wieder auf der Aqua ein – doch der Montag sollte noch früher beginnen.

Aqua Spinnakertraining 2017Nach dem Aufstehen kurz Ernüchterung: Westwind! Doch Abwarten und Kaffee trinken lautete das Motto. Nach ausgiebigem Früstück legte die Aqua bei bereits beginnender Bora ab, noch mit Kurs Richtung Osten, um Weg nach Luv gut zu machen. Bei der ODAS-Spiere vor Triest ein kurzes BOB-Intermezzo und bei auffrischender Bora wurde der Spinnaker nun schon wie selbstverständlich gesetzt. Festigung stand am Programm und so wurde gehalst, geborgen, umgeschlagen, gesetzt, gehalst, gehalst, geborgen. Bei jedem Manöver nahm der Wind ein wenig mehr zu und nach ein paar Stunden rauschte die Aqua bei 20 Knoten Wind mit 10 Knoten Fahrt auf Lignano zu. Der perfekte Abschluss des verlängerten Wochenendes - jeder Teilnehmer konnte am Ruder noch versuchen auf den größer werdenden Wellen zu reiten bis das letzte Bergemanöver schnell, sauber und problemlos durchgeführt wurde. Zur Marina wurde gesegelt (immerhin 7 Knoten Fahrt nur unter Groß) und kurz vor der Einfahrt das letzte Segel geborgen. Das Anlegen in die Box war nicht einfach, doch bald lag die Aqua wieder ausgeräumt, gereinigt, befüllt und zugedeckt als wäre sie nie weg gewesen - im Gedanken noch immer unter Spinnaker.

Vielen Dank für die tollen Tage an Karin, Helga, Uli, Jörg, Siggi, Wolf(i), Christian, Petrus, Rasmus, Poseidon und alle falsche Wetterberichte im Vorfeld!Aqua Spinnakertraining 2017

Überstellung Volos-Murter

Überstellung Ozeanis 50 von Volos-MurterEnde Oktober wurde unter anderem eine Ozeanis 50 unter NCA Führung (Hans Albert) von Achillio (GR) in die Marina Bettina auf Murter (HR) überstellt. Die Route führte zuerst nach Epitaurus, dann durch den Kanal von Korinth, Kefalonia und schließlich nach Dubrovnik (50 Stundenfahrt). Unter anspruchsvollen Windbedingungen wurden von den 900 sm rund 600 unter Segel zurückgelegt. Nach 12 Tagen wurde das Boot am 03.11.2016 ohne Probleme auf Murter übergeben. Infos bei Interesse von Hans Albert.

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